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Solarhaus- Tag der offenen Baustelle PDF Drucken E-Mail

  • 59929 Brilon
  • Planung: Dipl.-Ing. Winfried Heine, Salzeichenweg 14 59602 Rüthen von der Fa. HEEN Passivhaus


Bei dem Wohnhaus handelt es sich um ein Gebäude mit Passivhausstandard. Das heißt, alle Komponenten entsprechen den Vorgaben des Passivhausinstitutes von Dr. Feist in Darmstadt. Eine hohe Wärmedämmung der äußeren Gebäudehülle (Sohle, Wände, Fenster und Dach) wurde ebenso berücksichtigt, wie eine ausgeklügelte Gebäudetechnik. Die Gebäudehülle hat im Schnitt, einen U-Wert von 0,1 W/(m²k

Nach den Berechnungen von Dipl.-Ing. Winfried Heine von der Fa. HEEN-Passivhaus wird das Wohnhaus der Eheleute Fritz nur 28 KWh pro m² Wohnfläche im Jahr verbrauchen. Dies wären in Heizöl umgerechnet 2,8 l Heizöl pro m² Wohnfläche im Jahr. Der Durchschnittswert des Gebäudebestandes liegt bei ca. 20 l Heizöl und bei den Neubauten der letzten 10 Jahre bei 10 l Heizöl pro m² Wohnfläche im Jahr. Diesen Wert, 2,8 l Heizöl pro m² Wohnfläche im Jahr, kann man, bei der außergewöhnlichen Architektur des Gebäudes, nur im Zusammenspiel mit einer durchdachten Gebäudetechnik erreichen. 

Da die Bauherren auch diese geringe Menge an Energie nicht vom Elektrizitätswerk beziehen wollten, wurde im Zusammenspiel mit der Fa. Hermann Becker aus Brilon, ein Konzept für die Nutzung der Sonnenenergie und Haustechnik erstellt. Im Gebäude befindet ein hoch gedämmter 10.000 l Solarspeicher der durch 35 m² Kollektorfläche gespeist wird. Die hier gewonnene Energie reicht aus, um das Gebäude auch im Winter zu beheizen. Damit nicht unnötig Energie durch die Fenster beim Lüften verloren geht, wurde das ganze Gebäude mit einer Lüftungsanlage ausgerüstet. Diese Lüftungsanlage sorgt nicht nur für permanente Frischluft sondern besitzt auch einen Wärmetauscher mit Wärmerückgewinnung. Der effektive Wärmebereitstellungsgrat dieser Anlage beträgt 90%. Zusätzlich wurde, um ein energieneutrales Gebäude zu erstellen, eine Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung auf dem Dach installiert. Der erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz gespeist. 

Allgemeines Konzept für HEEN-Passivhäuser 

Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für gute Raumluftqualität, durch die Dämmung ist das Raumklima zu allen Jahreszeiten ausgeglichen. Große Fensterflächen nach Süden, kleine Fensterflächen nach Norden sorgen für helle Räume in den Wohn- und Schlafbereichen, und notwendige natürliche Beleuchtung der Bäder und Abstellräume. Die großen Südfenster sind die wichtigsten Komponenten zur Gewinnung von Sonnenenergie. Energieverbrauch mit wenig Kosten Das H.een-Passivhaus braucht kaum beheizt zu werden. Bei 20 ° Celsius Raumtemperatur werden ca. 13 – 14 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr verbraucht. Nach neuer Wärmeschutzverordnung gebaut (2002) würde das Haus ca. 80 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen. 

Die Solaranlage beheizt ca. 65 % des Warmwasserverbrauches aus Sonnenenergie. Hierbei wird der Brennstoffverbrauch für die Warmwasserbereitung auf ca. 40 % reduziert. Die Energiekosten liegen bei einem H.-P.-Haus bei ca. 1/6 der Kosten zu einem nach der alten Wärmeschutzverordnung gedämmten Haus. Der Stromverbrauch für die Lüftungsanlage und die Solaranlage beträgt ca. 50 €/Jahr (Schätzwert). Die eingesparten Energiekosten sind somit um ein vielfaches höher. Die Jahreszeiten · Durch die großzügige Verglasung auf der Südseite „fängt“ das Haus die Sonnenwärme in den warmen Mittagsstunden ein. In den kühlen Nächten sinkt die Innentemperatur kaum ab. Die Wärme wird durch die sehr gute Wärmedämmung im Haus gehalten, die Räume kühlen kaum aus. 

Im Sommer bleibt das Haus auch bei Temperaturen von über 30 ° C angenehm kühl, ca. 5 ° unter der Außentemperatur. Die Wärmedämmung hält die Hitze draußen. Für genügend Frischluft sorgt die Lüftungsanlage. Die Südfenster können durch konstruktive Vorbauten oder außen liegenden Rollläden im Sommer verschattet werden.

Im Herbst sorgt an kühlen Tagen das Nachheizregister der Lüftungsanlage für angenehme Temperaturen. Oft sind aber im Herbst die Mittags- und Nachmittagstemperaturen so hoch, dass die Luftnachheizung nur selten zum Einsatz kommt. Die Lüftungsanlage sorgt außerdem für frische Luft. Durch die sehr gute Wärmedämmung kühlt das H.-P.-Haus auch in den Herbstnächten kaum ab.

Wenn es im Winter an die 0 ° C geht, sorgt die eingestellte Temperatur der Luftnacherwärmung für konstante Temperaturen im Haus von ca. 20 ° C. An sonnigen Wintertagen kann die Luftnacherwärmung noch weiter gedrosselt werden, da die Südräume von der Sonne erwärmt werden. Der Erdgas-Verbrauch bei sehr kalten Temperaturen im Winter liegt nach Schätzungen bei nicht mehr als 3 cbm am Tag, da sich bei sonnigen Tagen das Haus tagsüber nahezu selbst beheizt.

 

22.9.2007 11:00 Uhr 
Vortrag über Solaranlagen, Klaus Wojciechowski, Fa. Westfa 

22.9.2008 11:30 Uhr 
Vortrag über Flächenheizung, Ulrich Henke, Fa. Oventrop

22.9.2009 14:00 Uhr
Vortrag über Passivhäuser, Dipl.-Ing. Winfried Heine, Fa. Heen-Passivhaus