ich habe immer schon meine Komplexe geritten, das ist mir spätestens klar geworden, als Dinge anfingen nicht mehr so zu laufen, wie ich das gerne gehabt hätte. Da mich Altersweisheit – also ein Übermaß an Erfahrungen – dazu bringt, über meine Komplexe nachzudenken, ergibt das automatisch einen Sinn bei der Einordnung von Verhaltensweisen, die nicht gut für mich und andere sind.
Ein Beispiel: Ich streite mit Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen – hab ich immer schon getan, weil ich meinen Schwächen prinzipiell ein starkes und streitbares Auftreten gegenüberstellen muss, statt mich damit auseinanderzusetzen, oder sie – im besten Fall – anzugehen. Auch dass ich mich menschen bewusst anders präsentiere als ich bin, gehört in diese Schublade, ebenso wie die Darstellung von Kompetenz und Leistungsfähigkeit, wo eigentlich noch keine ist.
Jetzt ist es an der Zeit, sich zu überlegen, wie lange ein als falsch registriertes Verhalten beibehalten werden sollte, nur weil man immer so reagiert hat. Es hat ja nie funktioniert und das ich soweit gekommen bin war pures Glück und Statistik.
Ich werde mal versuchen, ein Wochenende lang nicht zu streiten, nicht zu muffeln und nicht empfindlich zu sein. Es wäre das erste mal, also „Go Baby, go!“
